
Autor: Karl Loewenstein
Übersetzer: Rüdiger Boerner
Broschiert: 498 Seiten
Verlag: Mohr Siebeck; Auflage: Unveränderte Nachdruck d. 3. Auflage. (2000)
ISBN-10: 3161474325
ISBN-13: 978-3161474323
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Das Buch ist in drei Teile eingeteilt. Teil 1 mit den Kapiteln 1-4 bietet den
pragmatischen Rahmen für den Machtprozess in der Politik und sein Verhältnis zum
Regierungsverfahren. Auf die grundlegende Erörterung des Machtelements in der
Politik, die in diesem Kapitel angestellt wurde, wird in Kapitel 2 die Analyse des
eigentlichen Regierungsprozesses folgen. Sie wird unter dem Gesichtspunkt der
geteilten oder konzentrierten Machtausübung unternommen. In den Kapiteln 3-4 wird der
Versuch gemacht, die verschiedenen politischen Systeme entsprechend der Dichtomie
konzentrierte Machtausübung („Autokratie“) und geteilte Machtausübung
(„konstitutionelle Demokratie“) zu klassifizieren. In diesem Zusammenhang werden auch
die Regierungstypen, die unter jedem der beiden politischen Systeme vorkommen, einer
funktionellen Analyse unterzogen.
Die folgenden Teil 2 und 3, die den größeren Teil des Buches ausmachen, sind der
kritischen Frage gewidmet, wie durch bestimmte institutionelle Einrichtungen die
Dynamik des Machtprozesses in geordnete Bahnen geleitet und kontrolliert werden kann.
Kapitel 5 wird mit einer Unterstützung der politischen Verfassung als des wichtigsten
Instruments zur Kontrolle der Macht Teil 2 einleiten. Die Erforschung anderer
Kontrolleinrichtungen, wie sie gewöhnlich in den Verfassungen oder ihren Äquivalenten
vorgesehen sind, folgt in den Kapiteln 6-9. Diese Kontrolleinrichtungen können
innerhalb des betreffenden Staatsorgans funktionieren - hier Binnen- oder Intra-
Organ-Kontrollen geheißen (Kapitel 6) - oder sich zwischen den verschiedenen
Machtträgern auswirken - hier Zwischen- oder Inter-Organ-Kontrollen genannt (Kapitel
7-9). Dieser Art der Kontrolleinrichtungen wird unter dem gemeinsamen Oberbegriff
„horizontale Kontrollen“ zusammengefasst. Welche Regierungstyp ein bestimmter Staat
besitzt, hängt von der spezifischen Anordnung dieser horizontalen Kontrollen ab.
In Teil 3 wird schließlich den horizontalen Kontrollen die Kategorie der „vertikalen
Kontrollen“ gegenübergestellt. Der Begriff stammt davon ab, dass sie - nicht
notwendigerweise als Folge von den von der Verfassung gesetzten Normen - zwischen den
verschiedenen Ebenen der Staatsgesellschaft in Funktionen treten. Jede dieser
Vertikalen Kontrollen hat die Aufgabe, als eine den offiziellen Inhabern der
politischen Macht gesetzte Schranke zu wirken. Innerhalb dieser Kategorie von
Kontrolleinrichtungen kommen drei verschiedene Geltungsbereiche zur Untersuchung: Die
bundedstaatliche Organisation als territorialer Pluralismus (Kapitel 10), die
Grundfreiheiten des Individuums als eine für alle Machtträger unantastbare Sphäre
(Kapitel 11) und ie Rolle der pluralistischen Gruppen als Puffer zwischen den
Machtträgern und den Machtadressaten (Kapitel 12).
- zitiert aus S. 16f. -